Vermieten Sie schon an Fl├╝chtlinge?

Manch bisher wertlose Immobilie kann durch eine Vermietung zu ├╝berh├Âhten Preisen sehr schnell rentabel werden. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu vernehmen, dass 50 bis 80 Euro f├╝r jeden Fl├╝chtling pro Nacht zu erzielen sind.
Dabei sollte keine direkte Vermietung an Fl├╝chtlinge erfolgen, weil sonst das Wohnungsmietrecht Anwendung findet. Bei der Anwendung von Mietrecht f├╝r Wohnraum schl├Ągt man sich dann mit Mieterk├╝ndigungsschutz, nur beschr├Ąnkt m├Âglichen Mieterh├Âhungen und mannigfaltigen Pflichten aus dem Mietverh├Ąltnis herum. Die Immobilie sollte deshalb als Gewerberaum direkt an die Stadt oder den Landkreis vermietet werden.
Allerdings ist auch eine Vermietung als Unterkunft f├╝r Fl├╝chtlinge an gesetzliche Vorgaben gebunden und macht meistens Umbauma├čnahmen f├╝r Fluchtwege und eine einwandfrei funktionierende Sanit├Ąr- und Toilettenanlage f├╝r viele Menschen erforderlich. Gleichzeitig wird daran sichtbar, dass die bisher je Quadratmeter kalkulierten Betriebskosten keine verl├Ąssliche Basis f├╝r eine Vorauszahlung darstellen. Als Vermieter ist es deshalb sehr wichtig, auf den im Mietvertrag vereinbarten Nutzungszweck und dessen Formulierung zu achten.
Unabh├Ąngig von Gewerbe- oder Wohnraummiete gilt f├╝r Vermieter mit mehr als 50 Wohnungen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Auf dieses Gesetz kann sich eine Fl├╝chtlingsfamilie berufen, wenn es bei der Wohnungsvergabe ├╝bergangen wird.

von Rechtsanwalt und Gesch├Ąftsstellenleiter Vermieterverein e.V.┬áThomas Stein, Jena