Untervermietung bei Auslandsaufenthalt: Ist eine Untervermietungserlaubnis zu erteilen?

Problem/Sachverhalt:

Die Kl√§ger wohnen seit 2001 zur Miete in einer 3 ‚Äď Zimmer Wohnung der Beklagten. 2010 ziehen sie berufsbedingt nach Kanada. Der Arbeitsvertrag ist befristet bis 2014. Um eine R√ľckkehr problemlos gew√§hrleisten zu k√∂nnen, stellen sie bei der Beklagten einen Antrag auf Untervermietung von zwei Zimmern. Diesen verweigerte die Beklagte, woraufhin die Kl√§ger Klage beim zust√§ndigen Gericht einreichten.

Das Amtsgericht hat der Klage stattgegeben. Die hiergegen gerichtete Berufung der Beklagten ist vor dem Landgericht ohne Erfolg geblieben.

Entscheidung:

Der Bundesgerichtshof bejaht ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung bei einem mehrjährigen (berufsbedingten) Auslandsaufenthalt.

Das berechtigte Interesse an der Untervermietung besteht, weil sich hierdurch die Mietlast verringert und die Wohnung f√ľr die Zeit ihrer R√ľckkehr erhalten werden kann. Die Anwendung des ¬ß 553 Abs. 1 BGB sei auch nicht durch qualitative oder quantitative Anforderungen an den √ľbrig gebliebenen Mietraum einzuschr√§nken. Die Anwendung des ¬ß 553 Abs. 1 BGB scheidet nur dann aus, wenn der Mieter die Sache vollst√§ndig aufgibt. Die Kl√§ger behalten sich aber einen Raum zur√ľck. Somit ist ¬ß 553 Abs. 1 BGB anwendbar.

Dem Vermieter sei es auch zuzumuten, eine Untervermietungserlaubnis zu erteilen, weil ihm hierdurch kein Schaden droht.

Fazit: Der Vermieter kann die Untervermietung nur verweigern, wenn

1. die Mieter die Wohnung vollst√§ndig untervermieten wollen und sich keinerlei R√ľckzugsort schaffen. Es darf n√§mlich nur ein Teil des Wohnraums untervermietet werden (Palandt 2014, 73 Aufl. ¬ß 553 Rn.3) und

2.¬†kein berechtigtes Interesse des Mieters besteht. Daf√ľr gen√ľgt jedoch schon ein vern√ľnftiger Grund. Dieser kann auf¬† ¬† ¬† einer Ver√§nderung der wirtschaftlichen, pers√∂nlichen oder famili√§ren Verh√§ltnisse beruhen (Palandt 2014, 73 Aufl. ¬ß 553 Rn. 4).